Weinen beim Yoga – Warum Yoga dich zum Weinen bringen kann.

Weinen beim Yoga: Ist dir das auch schon mal passiert?

Dass dich beim Yoga so mir nichts dir nichts deine Emotionen überkamen und du anfangen musstest, zu weinen?

Dir sind einfach die Tränen gekommen?

Mir ist das soooooo oft passiert!

Also keine Sorge:

das ist absolut normal.

Und es bedeutet nicht, dass Yoga dir nicht gut tut.

Im Gegenteil!

Sequenzen, in denen weinen musst, sind mit Abstand die wirksamsten.

Im positiven Sinne natürlich.

Warum?

Es ist so:

Wir weinen nicht aus Traurigkeit.

Auch nicht wegen negativer Gedanken.

Wir weinen, weil wir endlich jegliche Anspannung fallen lassen können.

Unseren Emotionen gehen mit uns durch.

Schwere Lasten

Tag für Tag schleppen wir gigantisch große und schwere Lasten mit uns herum. Lasten, die uns unsere gesamte Energie rauben. Wegen denen wir permanent angespannt sind, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen. Wir haben immer eine Aufgabe. Eine Funktion. Müssen nützlich sein und funktionieren. Wir dürfen bloß nicht einfach nur anwesend sein. Nicht unseretwegen. Wir müssen dies und müssen jenes. Dürfen dies nicht und dürfen das nicht. Wir erlauben uns selbst nicht, einfach loszulassen und zu sein. Weil es die Gesellschaft scheinbar auch nicht tut. In unseren Glaubenssätzen haben wir verankert, dass wir nicht wertgeschätzt werden, wenn wir bloß da sind, ohne etwas zu leisten. Wir erlauben uns nicht, uns zu erleichtern von allem, was uns belastet und stresst. Was uns Angst macht und verunsichert. Was uns unter Druck setzt und uns nicht zur Ruhe kommen lässt.

Manchmal ist es ein bestimmtes Asana, geführt von warmen Worten des Yogalehrers oder der Yogalehrerin, in dem uns plötzlich Tränen in die Auge strömen.

Oder im Savasana – der Endentspannung – in der wir uns einfach der Schwerkraft des Bodens unter uns hingeben können. Wir können darauf vertrauen, dass sie uns trägt und somit vollkommene Entspannung erfahren.

Vielleicht ist es dir auch schon passiert, dass du, wie ich, während einer kompletten Yoga-Sequenz durchgehend weinen musstest und nicht aufhören konntest?

Erleichterung

Beim Yoga erleben wir Anspannung und Entspannung im Wechsel. Das Zusammenspiel von Bewegung und Dehnung mit der Atmung. Während der Yoga-Praxis versuchst du alles um dich herum zu vergessen. Du spürst deinen Körper und deinen Atem ganz tief und bewusst. Deine Sinne werden sensibler. Prana – die Lebensenergie – kommt wieder zum Fließen. Emotionen kommen auf einmal zum Vorschein, die uns vorher eventuell gar nicht bewusst gewesen sind und uns dann beim Yoga zum Weinen bringen.

Hinzu kommt, dass wir als Mensch wahrgenommen und gesehen werden. Und genau so wie wir sind sein dürfen und wertgeschätzt werden. Auch durch diese Erfahrung können durchaus schon mal die Tränchen kullern – vor Erleichterung.

Es hängt natürlich auch vom Lehrer ab, wie sehr wir uns auf die Praxis einlassen und hineinfühlen können. Er leitet uns schließlich durch die Praxis hindurch. Es gibt Lehrer, bei denen wir uns durch ihre Art, ihre Stimme und ihre Worte absolut abgeholt fühlen. Da stimmt einfach die Chemie. Und ein paar wenige schaffen es sogar, mit ihren Worten unsere versteckten emotionalen Triggerpunkte zu treffen. Auch das ist kein Grund zur Flucht oder zur Verbannung des Lehrers. Im Gegenteil! Mach es dir zu nutze! Nur wenn du genau weißt, wo deine Wunden sitzen, kannst du sie auch heilen. Also lss dich drauf ein. Lass es zu, dass manche Bereiche in dir noch geheilt werden müssen. Das ist ein Prozess. Aber einer, der sich lohnt ihn zu durchlaufen. Denn es geht hierbei um dich. Um dein Leben. Um dein wahres Selbst. Sei es dir selbst wert, dich zu heilen. Wer wenn nicht du selbst, wird es sonst tun?

Noch nie Emotionen beim Yoga gespürt oder weinen müssen?

Wenn du bisher noch keine derartig emotionalen Erfahrungen während oder nach der Yoga-Praxis gemacht hast, dann ist das auch nichts Ungewöhnliches. Du machst alles richtig. Vielleicht hast bisher keinen Lehrer gehabt, der dich so emotional gepackt hat. Oder die Sequenzen waren darauf nicht abgezielt.

Für Gewöhnlich verfolgt jede Yoga-Sequenz eine Intention oder ein Thema. Dieses kann mehr oder weniger emotional für dich persönlich sein. Auch die Stimme des Lehrers kann manchmal entscheidend sein. Und natürlich auch der Stil. In einer Yin Yoga Sequenz z.B., in der ganz bewusst die Entspannung das Ziel ist, passiert es öfter, dass du Pipi in die Augen bekommst.In einer kraftvollen Ashtanga-Stunde hingegen, die sehr viel Konzentration und Disziplin fordert, habe ich es noch nie erlebt.

Im Yoga gibt es viele Wege.

Und keiner davon ist falsch.

Oder, um es positiv auszudrücken:

Jeder Weg ist richtig.

Solange es sich richtig für dich anfühlt.

Deshalb:

Höre immer auf dein Inneres. Auf dein Bauchgefühl, auf dein Herz, auf deinen Instinkt, deinen Impuls – wie auch immer du es nennen magst.

Dann wird es in jedem Fall richtig sein.

Hast du auch schon die Erfahrung von emotionalen Ausbrüchen während oder nach einer Yogastunde gemacht? Und das muss nicht nur Weinen sein. Ein emotionaler Ausbruch kann auch Lachen, extreme Freude, Glücksgefühle oder andere Emotionen sein. Schreibe deine Erfahrung gerne unten als Kommentar. Ich freu mich, zu lesen, was du darüber denkst.

 

Beispiele von Yogalehrern, in deren ein oder anderer Sequenz mir schon mal die Tränen gekommen sind:

Tanja Seehofer, Veronika Freitag, Stine Lethan

 

 

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